Historie – oder wie es zur weltgrößten Solarbürgerbeteiligungsanlage kam:

Der Förderrahmen:
Von 1994-1998 wurde von den Stadtwerken München ein Förderprogramm zur kostendeckenden Vergütung von Solarstrom angeboten (10 Jahre, DM 2,-/kWh). Dieses Förderprogramm wurde zunächst auf eine Anlagengröße von 5 kWp begrenzt, zielte also ganz auf die kleineren Hausbesitzer ab. Damit war es aber der Mehrheit der Münchner Bürgern, nämlich allen Mietern, nicht möglich, ökologischen Solarstrom zu produzieren. Nachdem die Stadtwerke München selbst den Bau einer größeren Gemeinschaftsanlage (ca. 40kWp) auf der Pasinger Fabrik realisierten (Frühjahr 1998), gaben sie schließlich im Frühsommer die Zustimmung zum Bau solcher Beteiligungsanlagen frei.
Die Ursprünge der Idee:
Der Gedanken einer Gemeinschaftsanlage wuchs in zwei Zirkeln gleichzeitig, einerseits der Agenda 21 Stadtteilgruppe Haidhausen und andererseits bei der Firma Gehrlicher Umweltschonende Energiesysteme. Dieser ergriff im Frühsommer die Initiative und trug die Idee in die einschlägig bekannten Kreise und ökologischen Verbände. Schnell konnten Achim Thiel vom Umweltinstitut und Green City als erfahrene Kampagnenorganisation gewonnen werden.
Die vorbereitenden Maßnahmen:
Die Idee bestand also im Zusammenschluß möglichst vieler Bürger zu einer Betreibergesellschaft zur Finanzierung einer Photovoltaikanlage. Obgleich sich damit neue Fragen und Probleme auftun, ist der finanzielle und bürokratische Aufwand jedes einzelnen wesentlich geringer. So wurde die in steuerlicher und haftungsrechtlicher Hinsicht beste Rechtsform gesucht und die Gehrlicher GmbH & CO Solarpark 2000 KG gegründet.
Die Kampagne – ein Wettlauf mit der Zeit
Erst nach Abklärung vieler Fragen konnten wir mit der Kampagne starten. Dafür blieben gerade einmal zwei Monate, da das Förderprogramm der Stadtwerke zum 31.12. 1998 auslief. Durch eine intensive Kampagne stiegen jedoch von Tag zu Tag Interesse und Investitionsbereitschaft fast exponentiell an.
Schon bald wurde deutlich, daß unsere ausgesuchten Dachflächen nicht mehr ausreichen würden. Zum 30.Dezember mußten wir schließlich trotz immer schneller anschwellendem Interesse die Schotten dichtmachen und die Liste der Gesellschafter den Stadtwerken vorlegen. 136 Bürger finden sich darauf mit einer Investitionssumme von 3,5 Mio. DM.
Dies war für alle Beteiligten ein riesiger Erfolg, natürlich auch für die Stadt München, die damit zur Spitzengruppe der Solarstädte aufsteigen konnte.
Von der Kampagnewebsite:
Vom Bau bis zur Einweihungsfeier:
Nach Abschluß der Anmeldephase begannen im Winter 1998 die Bauarbeiten. Die Anlage wurde auf drei Dächern aufgeteilt.

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Im Frühjahr erfolgte die Abnahme durch die Stadtwerke und die Einspeisung in das öffentliche Netz.Mit einem großen Einweihungsfest feierten die Gesellschafter mit den Honoratioren auf dem Gelände Post, wo die größte der drei Teilanlagen steht.

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Seitdem erwirtschaften wir mit der Anlage sehr gute Erträge, wodurch wir die kalkulierten Renditen sogar noch nach oben korrigieren konnten.